Gesamtkonzept für Stromerzeugung nötig – Streitgespräch bei ENERGIE.CROSS.MEDIAL

Fotoquelle: Marc Darchinger / EFO Energie Forum GmbH

Bei der Konferenz ENERGIE.CROSS.MEDIAL – dem Forum für die Energiewende – habe ich deutlich gemacht, dass Deutschland ein neues Gesamtkonzept für die Stromerzeugung braucht, wie es auch schon der bayerische Ministerpräsident Söder gefordert hat.

Ehrgeizige Ziele allein, die immer wieder neu formuliert werden, reichen nicht. Beim Ausstieg aus der Kernkraft und der Kohleverstromung wird oft vergessen, dass die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie stark schwankt und absehbar nicht ausreichen wird. Zunehmend Sorge bereitet mir, dass in der Debatte teils physikalische und mathematische Grundsätze keine Rolle spielen. Woher soll der Strom kommen, wenn beispielsweise die chemische Industrie in Deutschland, die für eine nahezu klimaneutrale Produktion bis 2050 allein mit einer dafür notwendigen Vervielfachung der Strommenge von aktuell 54 TWh auf 628 TWh rechnet (Quelle VCI)?

Um potenzielle Versorgungsengpässe zu vermeiden, sollten wir auch über ein Marktdesign nachdenken, das zu Investitionen in Gaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung führt sowie die Netzintegration regenerativen Stromes voranbringt. Außerdem müssen wir darauf aufpassen, dass unsere deutsche Industrie international wettbewerbsfähige Strompreise hat. Der Verweis auf das bestehende EU-Beihilferecht darf nicht zur Untätigkeit verleiten. Die Bundesregierung muss sich deshalb in Brüssel für ein tragfähiges Konzept für einen EU-Industriestrompreis einsetzen.