Fachgespräch „Integrative Medizin“ – Potentiale der Naturmedizin gemeinsam mit der Schulmedizin nutzen

Fotoquelle: Büro Dr. Nüßlein MdB

Auf die Initiative von Staatssekretär Klaus Holetschek in seiner Funktion als Präsident des Kneipp-Bundes habe ich in Berlin zu einem Fachgespräch „Naturmedizin und konventionelle Medizin: Was bringt eine Integrative Medizin?“ eingeladen.

Nach aktuellen Umfragen wünschen sich zwei Drittel der Bürger in Deutschland kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander der Natur- und der Schulmedizin. Immer mehr Patienten und Mediziner setzen sich für die Verankerung dieser sog. „Integrativen Medizin“ in unser Gesundheitssystem ein. Grund genug, mit den Fachleuten über Chancen und Möglichkeiten dieser Behandlungsmethoden zu diskutieren. Schließlich können naturmedizinische Verfahren helfen, Krankheitskosten zu senken und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, was zahlreiche Studien belegen. Das betonte mein CSU-Landtagskollege und Staatssekretär Klaus Holetschek in seinem Eingangsstatement.

Mit der ebenfalls anwesenden Bürgerbewegung „Weil’s hilft!“, die vom Bürger- und Patientenverband „Gesundheit Aktiv“, dem Kneipp-Bund und der Fördergemeinschaft „Natur und Medizin“ getragen wird, setzen sich Patienten für die Verankerung der Integrativen Medizin ins Gesundheitssystem ein. Der geschäftsführende Vorstand von „Gesundheit Aktiv“, Dr. Stefan Schmidt-Troschke, machte deutlich, wie wichtig es für den Behandlungserfolg sei, Patienten als aktive Partner in die Behandlung mit einzubeziehen. Hierbei leiste die Integrative Medizin einen unverzichtbaren Beitrag. Dies gelte genauso für den klinischen Alltag, bestätigte die Vorstandsvorsitzende von „Natur und Medizin“, Dr. Anna Paul, die an den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte tätig ist. Beispiele aus der Integrativen Geriatrie gab der Ärztliche Leiter des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe bei Berlin, Prof. Dr. Harald Matthes. So berichtete er von einem Therapie-Hund in der dortigen Geriatrie, der den älteren Patienten nicht nur mehr Lebensfreude gebe, sondern die Senioren wieder zu motorischen Bewegungen bringe, die sie durch die konventionellen Therapien schon verlernt zu haben schienen.

In dem sich anschließenden Gespräch mit sechs weiteren integrativ arbeitenden Medizinern aus ganz Deutschland wurde klar, dass Integrative Medizin eine ernstzunehmende medizinische Herangehensweise ist, die es in Politik, Medizin, Bildung und Gesellschaft noch deutlich auszubauen und mehr wertzuschätzen gilt.