50 Jahre Schulpartnerschaft Krumbach – Besançon

Fotoquelle: Nicole Grimm

Meine frühere Schule, das Simpert-Kraemer-Gymnasium Krumbach, hat jetzt das 50-jährige Jubiläum seiner Schulpartnerschaft mit der „Institution Notre-Dame Saint-Jean“ im französischen Besançon gefeiert. Es war mir persönlich eine Freude und Ehre, dass ich beim Festakt ein Grußwort an meiner ehemaligen Schule halten durfte. Mein Schulfranzösisch – bzw. was davon übrig ist – habe ich dazu auch mal wieder ausgepackt.

Auch wenn ich selbst leider nie an einer solchen Austausch-Fahrt teilgenommen hatte, habe ich den Schülerinnen und Schülern ans Herz gelegt, das zu tun und nicht denselben Fehler zu begehen wie ich. Denn ein solcher Schüleraustausch ist nicht nur ein Abenteuer, ein Urlaub vom normalen Schulalltag, sondern hoffentlich der Beginn von festen Freundschaften und Kontakten, ja mehr noch: das Fundament für Frieden und Freiheit in Europa. Das vergessen wir manchmal. Sich gegenseitig persönlich kennenzulernen, das andere Land selbst zu bereisen, ist immer der beste Weg, Völkerverständigung und Respekt voreinander zu pflegen. So haben wir Deutsche und Franzosen in den Generationen nach dem schrecklichen Zweiten Weltkrieg es Schritt für Schritt geschafft, dass aus früheren „Erzfeinden“ Freunde wurden.

Das müssen wir in Zeiten, in denen der Nationalismus und populistische Strömungen in ganz Europa leider wieder Aufwind bekommen, umso mehr betonen und vorleben. Die AfD in Deutschland und der Front Nationale in Frankreich fördern nicht Frieden und Wohlstand, sondern Hass und Angst. Das dürfen wir nicht zulassen. An den ernsten Gesichtern der jungen Leute und an dem Applaus an dieser Stelle habe ich gemerkt, dass unsere junge Generation entschlossen ist, diejenigen nicht wieder hochkommen zu lassen, die unsere Freundschaft und unsere Europäische Union als unser größtes Friedensprojekt der letzten Jahrhunderte gefährden und zerstören wollen. Allons, les jeunes!