Zu Gast bei der iTCM-Klinik Illertal

Fotoquelle: iTCM-Klinik Illertal

Während die Illertal-Klinik in Illertissen im Landkreis Neu-Ulm sicherlich den meisten ein Begriff ist, ist die iTCM-Klinik Illertal – ebenfalls in Illertissen – wohl erst einmal eher unbekannt. „iTCM“ – für was steht das eigentlich? „Klinik für integrative Traditionelle Chinesische Medizin“ – so nennt sich die Privatklinik in der ausführlichen Form.

Und da wird schon klar, dass es sich hier nicht um ein „normales“ Krankenhaus handelt. Die iTCM-Klinik Illertal ist eine Privatklinik mit akut-stationärem und ambulantem Bereich, in der die Schulmedizin und die Traditionelle Chinesische Medizin eng verzahnt sind. Und trotzdem – oder gerade deswegen – ist die Einrichtung aufgrund dieser besonderen konzeptionellen Ausrichtung weit über unsere Region hinaus bekannt. Seit 1999 pflegt die iTCM-Klinik Illertal eine wissenschaftliche Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie mit der TCM-Hochschule Nanjing/China. Im Rahmen dieser Kooperation werden wissenschaftliche Langzeitbeobachtungen und Studien durchgeführt, auch von aus China nach Deutschland kommenden Wissenschaftlern. So wirken also jedes Jahr chinesische Mediziner und Wissenschaftler an der Illertisser Klinik mit.

In diesem Jahr hatte die Geschäftsführung zum ersten Mal das Problem, dass einem chinesischen Mediziner, der zeitweise nach Illertissen kommen sollte, das Visum versagt wurde. Deswegen hatte mich die Geschäftsführerin, Frau Sigrid Losert, um Vermittlung gebeten, wofür ich mich gerne eingesetzt hatte. Im Rahmen dieses Kontakts hatte mich Geschäftsführerin Losert zu einem Besuch ihrer Klinik eingeladen. Dem bin ich nicht nur als für Illertissen zuständiger Wahlkreisabgeordneter, sondern auch als für die Gesundheitspolitik verantwortlicher stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sehr gerne nachgekommen.

Zu Gast vor Ort stellten mir Geschäftsführerin Losert und Frau Stephanie Westermann, Fachärztin für Chirurgie, TCM-Ärztin und Therapeutin für Mind-Body-Medizin, das medizinische und organisatorische Konzept der Klinik vor und gewährten mir Einblicke in die Behandlungsabläufe und Räumlichkeiten.

In unserem anschließenden Gespräch erörterten wir die zurückliegenden und teilweise noch immer bestehenden aufenthaltsrechtlichen Probleme bei der Beschäftigung chinesischer TCM-Mediziner und Fragen des Stellenwertes der Traditionellen Chinesischen Medizin im deutschen Gesundheitswesen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass man die alternativen Methoden weder verteufeln noch verabsolutieren sollte. Jeder Mensch geht mit den verschiedenen Behandlungsformen unterschiedlich um – nicht bei jedem schlagen die Methoden der traditionellen chinesischen Medizin an – genauso wenig wie es Methoden der Schulmedizin bei jedem Individuum tun. Deshalb muss auch die Gesundheitspolitik stets einen individuellen, ganzheitlichen Ansatz bei den Patienten im Auge behalten.