Projekttag „Erlebe IT“ an der Mittelschule Burgau

Fotoquelle: Mittelschule Burgau

Immer öfters höre ich die Forderung, „Medienkompetenz“ bzw. den Umgang mit und im Internet als allgemeines Schulfach einzuführen. Das ist sicherlich grundsätzlich ein berechtigtes Anliegen – wenngleich ich hier grundsätzlich erst einmal die Eltern in der Pflicht sehe. Mit Blick auf den schon jetzt teils überfüllten Lehrplan an den Schulen halte ich es aber für sinnvoller, das Thema in bestehende Fächer zu integrieren oder im Rahmen von Projekttagen an den Schulen gezielt aufzugreifen.

Ein solcher Projekttag hat kürzlich an der Mittelschule Burgau stattgefunden. Der IT-Branchenverband BITKOM, in dem die gesamte interaktive „Szene“ vereint ist, hat im Bereich meines Wahlkreises in diesem Jahr für ihren jährlichen Projekttag „erlebe IT“ die Burgauer als Partnerschule ausgewählt und mich gefragt, ob ich als Schirmherr zur Verfügung stehe. Da habe ich sehr gerne gleich zugesagt.

Hier konnte ich mich zunächst im kleinen Kreis davon überzeugen, wie intensiv Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe den Umgang mit digitalen Medien am Beispiel von YouTube diskutierten und ihre eigenen Nutzungsgewohnheiten reflektierten. Während der anschließenden Schulversammlung begrüßten mich die Schülersprecher der Mittelschule, Lorent Shahini, Thomas Albrecht und Noah Schilder und dankten mir für die Möglichkeit dieses etwas anderen Schultages. In einem interessanten Gespräch diskutierte ich mit dem ebenfalls anwesenden Schulamtsdirektor Thomas Schulze, mit Bürgermeister Konrad Barm, mit Jürgen Schlieszeit, dem medienpädagogisch-informationstechnischen Berater für Grund- und Mittelschulen im Schulamtsbezirk Günzburg, mit dem Systembetreuer der Mittelschule Burgau, Daniel Stiegelmayr sowie mit der Schulleiterin Martina Deniffel Risiken, aber auch Möglichkeiten der Verwendung digitaler Medien im schulischen Umfeld.

Konkret habe ich als Bundestagsabgeordneter den „Digitalpakt Schule“ vorgestellt, den Bund und Länder geschlossen haben und der im Mai diesen Jahres in Kraft getreten ist. In diesem Förderprogramm stellt der Bund über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Euro für die Anschaffung digitaler Arbeitsgeräte zur Verfügung. Das können z.B. interaktive Tafeln und Beamer mit den entsprechenden Rechnern sein. Die Bundesländer steuern noch einmal 550 Millionen Euro bei. Rein rechnerisch gesehen bedeutet das für jede der circa 40.000 Schulen in Deutschland im Durchschnitt einen Betrag von 137.000 Euro oder umgerechnet auf die derzeit etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler eine Summe von 500 Euro pro Schüler. Die genaue Verteilung der Mittel regeln die Länder. Der Internet-Anschluss der Schulen läuft über gesonderte Förderprogramme: „Offensive Digitales Klassenzimmer“ und das „Sonderprogramm zur Gigabit-Versorgung von Schulen und Krankenhäusern“ – beides milliardenschwere Maßnahmen des Bundes.

Auch die Lehrkräfte konnten übrigens ihre Medienkompetenz am Projekttag erweitern: Sie programmierten am Nachmittag in einem weiteren Workshop Miniroboter – sicherlich ein Gewinn für den Unterricht im neuen Fach Informatik, das die Mittelschule Burgau jetzt anbietet.