EU-Projekttag am St.-Thomas-Gymnasium Wettenhausen

Foto: St.-Thomas-Gymnasium Wettenhausen

 

Jedes Jahr ruft die Bundesregierung Schulen und Politiker aus ganz Deutschland für Mai dazu auf, sich an einem „EU-Projekttag“ zu beteiligen. Dabei sollen sich Schülerinnen und Schüler mit Entscheidungsträgern aus der Politik direkt über das Wesen und die Zukunft Europas austauschen können. Daran beteilige ich mich schon seit Jahren sehr gerne. Ich finde es sehr wichtig, die jungen Leute an das für Frieden und Wohlstand so elementare Projekt EU heranzuführen. In diesem Jahr habe ich dem St.-Thomas-Gymnasium in Wettenhausen mein Kommen zugesagt.

Lehrer und Schüler hatten unter der Leitung der Sozialkundelehrerin Ulrike Neß die Veranstaltung professionell vorbereitet und ein hochkarätiges Podium organisiert. Neben mir nahmen der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karl-Heinz Brunner, der Grünen-Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann, der Unternehmer Horst Walz sowie Simone Bockaj vom Energieversorger LEW Augsburg teil. Moderiert wurden die Fragen rund um die Themen Europa, Energie, Bildung und Lebensmittelpolitik von den Schülern Marquart von Riedheim und Dennis Starcevic aus der Klasse 11 Q3.

Einig waren wir uns alle in der Überzeugung, dass Frieden, Sicherheit und Wohlstand nur in einem vereinten Europa erhalten bleiben können. Den Weg dahin haben wir freilich kontrovers diskutiert. So sehe ich es als Verfechter eines geeinten Europas als falsch an, Vereinigte Staaten von Europa ausrufen zu wollen, in denen der Nationalstaat allenfalls noch als Verwaltungseinheit übrig bleibt und in denen unsere herrliche kulturelle Vielfalt verloren geht. Ich bin der festen Überzeugung, dass die EU nur dort tätig und kompetent sein soll, wo es grenzübergreifend Sinn macht, zum Beispiel beim Umwelt- und Klimaschutz, der GASP oder in der Einwanderungspolitik. In anderen Bereichen wie bei der Steuer- und Finanzpolitik oder im Bereich Bildung ist die Entscheidungshoheit meines Erachtens weiterhin am besten bei den einzelnen Staaten aufgehoben.

Zum Schluss der Veranstaltung habe ich die Schüler ermutigt, sich nicht nur über Europa zu informieren, sondern Land und Leute auf unserem schönen Kontinent selbst zu entdecken, einen Schüler- oder Studentenaustausch mitzumachen und transnationale Freundschaften zu knüpfen. Persönliche Freundschaften sind bei allen politischen Bemühungen immer noch die beste Voraussetzung für Vertrauen und gegenseitigen Respekt. Solche Aktivitäten sind darüber hinaus in jedem Lebenslauf dicke Pluspunkte im späteren Berufsleben.