Erfolgreicher Fortbestand der Berufsbildungswerke

Foto: Dominikus-Ringeisen-Werk/Manuel Liesenfeld

Eine gute Ausbildung zu absolvieren heißt für alle jungen Menschen: einen festen Platz in unserer Gesellschaft finden – unter anderem in Lohn und Brot zu kommen und damit ein selbstbestimmtes Leben führen. Das ist ein wichtiger Schritt beim Erwachsenwerden.

Und als Gesellschaft sind wir dafür zuständig, dass in unserem Land alle jungen Menschen bestmöglich gefördert werden. Für junge Menschen mit Handicap – egal wie es im Einzelfall aussehen mag, sei es beispielsweise eine Lernbehinderung und/ oder eine körperliche Einschränkung – ist diese Entwicklung vielleicht sogar besonders wichtig. Diesen Eindruck habe ich in den vielen Besuchen und Gesprächen mit den jungen Menschen bekommen – es geht dabei u.a. um Autonomie und Selbstbestimmtheit. Diesen Anspruch der jungen Menschen kann ich sehr gut verstehen. Deshalb ist es für mich als Wahlkreisabgeordneten ein echtes Herzensanliegen, für die Menschen im Dominikus Ringeisen Werk und KJF Sankt Nikolaus immer ein offenes Ohr zu haben.

Das Berufsbildungswerk Dürrlauingen (auch bekannt unter dem früheren Namen Förderungswerk St. Nikolaus) und das Berufsbildungswerk des Dominikus Ringeisen Werks in Ursberg bieten bei uns in Schwaben für junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen berufsvorbereitende Maßnahmen und Ausbildungen an.

Was heißt das konkret?

Junge Erwachsene sollen fit gemacht werden für die Arbeitswelt. Durch die pädagogische und psychologische Unterstützung wird ihnen die Eingliederung in den Arbeitsmarkt ermöglicht. Das Berufsbildungswerk ist als komplexes System zu verstehen, das den Menschen ganzheitlich betrachtet und individuelle, d.h. auf die Belange des Einzelnen abgestimmte Leistungen anbietet. Hierzu ist eine enge Vernetzung zwischen den einzelnen Professionen, wie z.B. Ausbilder, Lehrer, Reha-Berater, wichtig.

Wichtig ist mir, es geht dabei nicht in erster Linie um Strukturen, sondern um Menschen. Aber um die Menschen zu stützen, brauchen wir eine tragfähige Struktur. Zuletzt fand im Frühjahr 2018 ein von mir ins Leben gerufener Termin im Dominikus Ringeisenwerk statt, auch mit Vertretern aus dem Berufsbildungswerk Dürrlauingen und der Geschäftsleitung der Bundesarbeitsagentur (Regionaldirektion Bayern). Wenn ich beispielsweise auf die hervorragenden Zahlen bei nachhaltiger Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt schaue, dann gelingt unseren Berufsbildungswerken in der Region hier genau das Ziel von Teilhabe und Autonomie. Deshalb bei der Mittelausstattung unserer Berufsbildungswerke den Rotstrich anzusetzen, wäre auf jeden Fall falsch und zu kurz gegriffen. Wir müssen vorhandene, erfolgreiche Strukturen sinnvoll sichern.

Es wäre fatal, wenn wir die Berufsbildungswerke in ein schwieriges Fahrwasser bringen, um später festzustellen, dass wir sie nicht mehr haben, wenn wir sie brauchen. Wir haben jetzt eine hervorragende Lage auf dem Arbeitsmarkt, in einer schwächeren Konjunkturphase ist die Ausgangssituation aber schnell eine andere. Offen sein müssen wir auch dafür, dass unsere Berufsbildungswerke mit ihrer fachlichen Expertise noch über das heutige Maß hinaus jungen Menschen in einer schwierigen Entwicklungsphase eine gute Orientierung geben können, beruflich wie menschlich gleichermaßen.