BERLIN

Mit 33 Jahren wurde ich 2002 als Abgeordneter für den Wahlkreis Neu-Ulm in den Deutschen Bundestag gewählt. Die Heimat im Herzen und Deutschland im Blick, so habe ich vom ersten Tag an mein Mandat verstanden.

VOLKSVERTRETER MIT ÜBERZEUGUNG

Das politische Tagesgeschäft ist mitunter hektisch, kurzlebig und nicht immer leicht zu durchschauen. Da bedarf es der Orientierung. Meinen politischen Entscheidungen liegt ein gefestigter Wertekompass zugrunde. Vor allem bei schwierigen Fragen hilft mir das, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nicht alles, was man in Schule, Ausbildung und Studium so lernt, prägt einen fürs Leben. Im Juli 2012 bekam ich von einem Vertreter der Christlichen Gewerkschaften ein Heftchen in die Hand und erinnerte mich an den Verfasser und seine Vorlesungen an der Uni Augsburg. Herr Prof. Rauscher war kein Ökonom, er war Theologe. Bei ihm hörte ich Wirtschaftsethik und dachte nicht im Geringsten daran, dass gerade diese Themen für meinen Berufsweg entscheidend sein würden. Die christliche Soziallehre, die Anschauungen des damals über 100-jährigen Oswalds von Nell-Breuning bestimmen heute mein politisches Denken. Mein Wertekanon stützt sich besonders auf die christliche Soziallehre. Das Prinzip der Personalität, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, der Solidarität, aber auch der sie begrenzenden Subsidiarität im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe sind Fundament aller meiner politischen Abwägungen. Das heißt: In der Politik geht es immer um die Menschen und deren Miteinander, um Verantwortung für andere, aber auch um Eigenverantwortlichkeit.

„Nachhaltigkeit“ ist heute ein oft gebrauchtes Modewort, ganz gleich in welchem Kontext. Dabei ist die Idee, die aus der Forstwirtschaft stammt, sehr alt. Die Schöpfung zu bewahren, das ist Christenpflicht und keine grüne Erfindung. Nachhaltigkeit heißt: die Bedürfnisse der jetzigen Generation zu befriedigen, ohne die nachfolgenden Generationen einzuschränken. Dies gilt ganz besonders bei den Themen und Gesetzgebungsvorhaben, für die ich in der Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuständig bin: Gesundheit sowie Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

VERANTWORTUNG IN DER FRAKTION

Diese Themenfelder spiegeln sich in den zuständigen Bundesministerien, die mit den Fraktionen Gesetzgebungsvorhaben abstimmen. Auch bin ich als Stellvertretender Vorsitzender Mitglied des geschäftsführenden Fraktionsvorstandes. In diesem Führungsgremium, das immer am Anfang einer Sitzungswoche tagt, werden die Leitlinien der Fraktionsarbeit diskutiert und wichtige Festlegungen getroffen. Zu meinen Aufgaben gehört es, die Positionen der Gesundheits-, Umwelt- und Baupolitiker unserer Fraktion in diesen Gremien zu vertreten. Gleichzeitig gilt es, mit den Kolleginnen und Kollegen, die in anderen Fachbereichen Verantwortung tragen, nach politischen Kompromissen zu suchen. Die Abstimmung mit Fraktionskollegen, den fachlich zuständigen Arbeitsgruppen der Fraktion und dem Koalitionspartner ist deshalb ein wichtiger Bestandteil meiner täglichen Arbeit als Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Für gute politische Lösungen bin ich auf einen vielfältigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch mit Vertretern aus dem Verbandswesen, der Wirtschaft und der Gesellschaft angewiesen. Es gehört zu meinen Aufgaben, diese wertvollen Kontakte zu pflegen und wichtige Impulse von außen in die Fraktionsarbeit einzubringen.